Morgenpost vom 17. Jänner 2017

Guten Morgen!

imagesObwohl, heute ist es schon Nachmittag geworden, an dem ich mich meinen Erinnerungen an den Vortag widmen darf. Der Morgen zerrann mir ein bisschen zwischen den Fingern, dann knurrte der Magen, also kehrte ich, bevor der obligate Sport mit David rief, in der Einfahrt ein, auf mein beinahe tägliches Croissant und einen kleinen Espresso. Dort erledigte ich einige Kleinigkeiten, die per Mail zu bewerkstelligen waren, erhielt gleichzeitig eines von Karin, die mich schon beauftragte, für nächste Woche ein Jahreskonzept zu erstellen und mir schließlich auch den finanziellen Rahmen unserer Zusammenarbeit mitteilte. Schöner kann ein Tag kaum beginnen.

Er schloss an, wo der gestrige geendet hatte: Richie und ich waren bei LTE eingeladen, unsere Vorstellungen im Hinblick auf die Marktkommunikation des Unternehmens darzustellen, fast so etwas wie eine Präsentation, ganz wie in alten Tagen. Und da ich es aus der Zeit ja gewohnt bin, dass meine Präsentationen stets begeisterten, fühlte ich mich wieder in meinem Element, ganz zu Hause. Anschließend prolongierten Richie und ich noch den Arbeitsnachmittag in einem nahegelegenen Café, wo wir auch den Rahmen unserer Zusammenarbeit ein weiteres Mal konkretisierten. Für die LTE werde ich so etwas wie ein redaktionelles Konzept entwickeln, das die Marktkommunikation auf den zeitgemäßen Wegen und Ebenen vorantreibt. Sehr spannend. Für ein Videoprojekt, das Richie soeben für das Unternehmen entwickelt, wünscht er sich, dass ich ebenfalls mitdenke. Das macht mir jetzt schon Spaß, obwohl ich mit der Arbeit noch gar nicht beginnen kann, weil mir einige Basisinformationen fehlen. Aber ich freue mich jetzt schon, auch an dieser Stelle bald über die Fortschritte berichten zu können.
Als ich dann abends Dagmar das Auto zurückbrachte, mussten David und ich bei der Gelegenheit ein kniffliges Problem lösen. Es ist uns dank seiner Kaltblütigkeit und meiner Reaktionsschnelle phänomenal gelungen. Keine Details, denn sonst ist es ja keine Überraschung, aber vor allem David konnte sich in der Folge nicht mehr zurückhalten. So belustigt war er über seinen Erfolg, dass er nicht aufhören konnte lauthals zu lachen. Ein Königreich für die unterhaltsame Situation, die wir gestern gemeinsam erleben durften!
Bald zog ich weiter, um den gesteckten Tagesplan erfüllen zu können. Das Wochenende stand ja im Zeichen der Lektüre von Andreas’ Manuskript, und gestern wollte ich noch eine Rezension dazu, beziehungsweise meine Eindrücke zum, mittlerweile weiß ich das aus seinem Mund, im März erscheinenden Buch zu Papier zu bringen. Die Schreibstube nach Einbruch der Dunkelheit habe ich ja inzwischen beim Brendl angesiedelt, und so war es auch gestern. Ich erlebte das Gelesene noch einmal, folgte den beiden Helden auf ihren Abenteuern, die sie zwischen Paris und Venedig erleben durften, nahm Anteil an deren doch schon langen Leben und durfte meinen Senf zu Gelungenem und weniger Gelungenem abgeben. Das habe ich soeben Andreas, wir trafen uns vorhin im Smokey’s, mitgeteilt, und wir diskutierten darüber. Im Grunde war es ein netter früher Nachmittag, den wir miteinander verbracht haben, überraschend unaufgeregt, und man durfte auch zu Wort kommen. So mag ich ihn ja. Vielleicht macht das auch Schule, dann freue ich mich natürlich, ihn öfters auf einen Kaffeeplausch zu treffen.
Als ich gestern dann später zu Hause eintraf, kehrte hier ein Hauch von Weinorgel ein. Wer kennt die Weinorgel am Lugeck, die Weinbar, die es schon seit Ewigkeiten gibt? Ich setzte mich mit ihrer Geschichte daher insofern beflissen auseinander, indem ich Maß nahm an den Gepflogenheiten, die dort herrschen. Die Weine dort sind trinkbar, vor allem an den Messwein, der dort eingeschenkt wird, erinnere ich mich gerade gerne. Doch dort wird auch einiges mehr geboten, wofür die Weinorgel weit über die Grenzen bekannt ist: Zum Wein werden Erdnüsse in der Schale gereicht, und wenn man diese knackt, ist es hier Sitte, die Schalen auf den Boden zu werfen, bevor man deren Inhalt verschlingt. Und am nächsten Morgen kehrt dann die Putzfrau Milliarden von Nussschalen weg. Nachdem ich noch ein Sackerl solcher beherbergte, tat ich es den Erfindern gleich und verspeiste sie bei einem Schlummertrunk vom Jamek. Das mit dem Zubodenwerfen habe ich allerdings beflissen bleibenlassen, denn heute wäre wohl niemand zur Stelle gewesen, den entstandenen Saustall zu entfernen.

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