Café Einfahrt

image_galleryIch nehme den Anlass war, um heute erstmals einen Café im Grätzl einen Besuch abzustatten, in das es mich bislang noch nicht verschlagen hat. Direkt am Karmelitermarkt gelegen, neben einer Tiefgarage, woher möglicherweise sein Name rührt, bietet es gerade am Nachmittag, an dem es eher gar nicht besucht zu sein scheint, die idealen Voraussetzungen, das Büro heute eimal hierher zu verlegen. Schon beim Betreten begrüßt mich eine Reihe bunt zusammengestellter Tische, eine kleine Vitrine und über ihr eine mit Kreide beschriebene Tafel, die mir verraten, das man hier auch Abhilfe gegen den kleinen Hunger schaffen wird. Die Weintafel oberhalb der anschließenden Bar gibt auch Preis, dass man hier Gäste zu bewirten scheint, die einen guten Tropfen zu schätzen wissen. Im Hintergrund erklingt leise Jazzmusik aus den späten 40er, bzw. 50er Jahren, als sich Lester Young und Konsorten anschickten, die Musik in ihrem Genre zu revolutionieren. Die paar Gäste, welche zwei Tische belegt haben, unterhalten sich vergnügt an dem einen, der einsame Gast am anderen Tisch ist in seine Zeitung vertieft, die er aus dem großzügigen Sortiment des Hauses ausgewählt hat. Mir bleibt daher Patz genug, mir einen auszusuchen, auf dem ich mich meiner Arbeit widmen werde.

Doch bevor ich mich setze, sehe ich mich noch ein wenig um, denn mir scheint, hierher wird es mich in Zukunft wohl öfter verschlagen. Neben der Musik spricht mich auch die Galerie an, mit Bildern, hergestellt von ausschließlich einem Künstler, dem die Betreiber des Lokals offenbar die Möglichkeit bieten, seine Werke temporär begrenzt auszustellen. Heute genieße ich eine Reihe von Architekturphotographien und sie motivieren mich schon jetzt das bisschen mehr, demnächst wieder vorbeizuschneien, vielleicht einmal am Abend, wenn das Lokal besser besucht ist und ich auf diese Weise, möglicherweise an der Bar bei einem Glas Wein, den einen oder anderen interessanten Gesprächspartner kennenlerne.
Heute bleibt mir jedoch nur, den jungen Kellner, der mich ausnehmend freundlich begrüsst hat, bei seiner Arbeit zu beobachten. Viel hat er zur Zeit ja nicht zu tun, und daher genehmigt er sich hinter der Theke eine Zigarette, ohne jedoch seine Gäste außer acht zu lassen. Stets schweift sein Blick und als ich kurz mein Schreiben unterbreche und zufällig zu ihm hinüberblicke, fragt er sofort, ob er etwas für mich tun könne. Ich schüttle freundlich lächelnd den Kopf und entdecke einen älteren Mann, der sich ebenfalls hinter die Theke begibt und vermeine, den Wirten zu erkennen, wodurch mir möglicherweise die demonstrative Freundlichkeit des Kellners in einem anderen Licht erscheint.

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