über mich (Fortsetzung)

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Ein Leben für die Gute Unterhaltung

I. Herauforderungen beflügeln

Nach dem Wirtschaftsstudium, nicht fertig, dafür aber musikbegeistert, landete ich als so genannter Plattenbruder direkt im Musikbusiness, wurde erst Produkt- und bald Marketingmanager für zwei der hier zu Lande führenden Musikunternehmen. Später engagierte mich der Inhaber einer kleinen, feinen Werbeagentur als Etatdirektor und bewog mich schon bald, mich unter dem Namen „wfr Neue Medien“ selbstständig zu machen. Schmackhaft machte mir damals den Entschluss die legendäre Fluglinie unseres Niki „Nationale“ Lauda, wo man mich überredete, die innovative und ambitionierte Mannschaft zu erweitern. Ich sollte meinen Erfahrungsschatz im Rahmen des so genannten Bordunterhaltungsprogramms einbringen, das ich fortan z.T. preisgekrönt produzierte. Darüber hinaus erweiterte ich mein Portfolio, indem ich mit Hannes Drapal (Kamera) und Klaus Hundsbichler (Regie, Schnitt) spannende und  unterhaltsam-lustige Videos drehte, und so vermehrte sich auch die Klientel im touristischen Bereich. Denn das Hotelimperium der Steigenbergers griff in Österreich bald auf mein Wissen below the line zurück. Gerne erinnere ich mich etwa an eine Party im Stil von „The Big Gatsby“ in Bad Tatzmannsdorf, die noch Wochen später zum Talk of the Town avancierte.
Auch der Musikbranche blieb ich treu, allerdings auf der anderen Seite des Schreibtisches: Denn jetzt wurde ich als Werbeberater und -mittler eingeladen, meine Kreativität zur Verfügung zu stellen. Für einen Werbespot im Auftrag von Warner Music Austria erhielt ich 1991 sogar einen Effie.

II. All That Jazz

1999 stach mich anscheinend der Hafer. Am 29. April jenes Jahres ging ein Jugendtraum in Erfüllung: Pünktlich zum 100. Geburtstag von Jazzlegende Duke Ellington erblickte in Wien die „jazzzeit – Magazin für Musik und Lebenskunst“ das Licht der Welt. Meine eigene Zeitung! Und genau 10 Jahre berichtete sie über Neues aus der heimischen und internationalen Szene, unterstützte junge Musikerinnen und Musiker bei den ersten Schritten in ihre Karrieren und veranstaltete selbst zahllose Konzerte an nicht selbstverständlichen Orten. „jazz.kunst.live“ nannten wir diese. Sie fanden in Museen und Galerien zeitgenössischer Bildender Kunst statt und und schlugen gemeinsam mit topaktuellen Ausstellungen wertvolle Brücken zwischen Musik und Malerei.

Als mich zu Beginn des neuen Jahrtausends Österreichs Jazzexport No.1, Joe Zawinul, fragte, ob ich mit ihm sein Birdland in Wien errichten wolle, war ich naturgemäß Feuer und Flamme. So entwickelten wir einen feinen Jazzclub in Joes Heimat, dem dritten Wiener Gemeindebezirk, wo es das beste Paprikahendl der Welt gab, das wir 2004 eröffneten.

III. Wirklich Neue Medien

Hatte es das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends durchaus krachen lassen, war es nach der ersten Dekade allerdings angesagt, sich neuen Herausforderungen zu stellen. Einerseits, ich möchte es nicht verhehlen, aus wirtschaftlichen Gründen, die der kundige Leser an den Ereignissen der letzten Jahre ablesen kann, andererseits aber: es war an der Zeit, eine neue Seite im Buch meines Lebens aufzuschlagen und sich neuen Herausforderungen zu stellen. Die fand ich anfangs in den so genannten social media, einerseits auf den Sprung, die Welt zu erobern, andererseits verunsichernd für viele, die im Umgang mit ihnen noch unerfahren waren. Anfangs suchte ich den Kontakt zu alten Wegbegeleitern, die Museen zeitgenössischer Bildender Kunst, die meinen Faden gerne aufnahmen. So beispielsweise  das Landesmuseum NÖ mit seinem Klangturm, dem ich eine redaktionelle Stimme einhauchte. Er wurde zum Sprachrohr für alle Zeitgenossinnen und -genossen, die sich der Musik der Gegenwart in Niederösterreich verschrieben hatten.

Schließlich fand ich meinen Weg zunehmend zurück zu den Wurzeln, wenn man so will: Die beiden Klassik-Labels Gramola und paladino media dockten an. Für zweiteren durfte ich neben den traditionellen Labelmanagement und der Öffentlichkeitsarbeit vor allem auch die Konzeption einer neuen, umfangreichen Website in Angriff nehmen. Spannend in dieser Phase des jungen Unternehmens, und heute gilt paladino media in seiner Gesamtheit als wichtiger Player in der internationalen Musiklandschaft.

IV. Der Kreis schließt sich

Jetzt habe ich Zeit: Zeit, meine Stimme und Sprechtechnik zu schulen, damit meine Lesungen auch professionell bei meinem Publikum ankommen, ich beginne einen immer größeren Teil meines Arbeitstages dem Schreiben zu widmen: Kurzgeschichten vorerst, Humoristisches. Aber auch das journalistische Schreiben steht  im Zentrum meines Arbeitstages, und da ist es vor allem die Stadlpost, die ich mit Reisegeschichten und Starporträts, sowie, wahrscheinlich altersadäquat, mit den Nachrufen der verstorbenen Schlagerlieblinge versorge.
Es gibt kaum Spannenderes als das Leben in seinen vielfältigen Facetten kennen zu lernen, und so reizt mich der Aufbruch zu scheinbar ganz neuen Ufern umso mehr. Seit einiger Zeit erstrahlt etwa das innovative Logistikunternehmen LTE in buntem redaktionellen Glanz, wie der gemeinnützige Verein Freiraum Europa, für den ich ein umfassendes Kommunikationskonzept entwickle. Das alles kann man übrigens auch bei mir bestellen, E-Mail oder Anruf genügt.
Und dem Saxophonspielen schenke ich auch wieder mehr Aufmerksamkeit. Damit fange ich gleich morgen an …