Morgenpost vom 9. Jänner 2017

Guten Morgen!

8483255-christmas-snowman-cartoon-wearing-a-hat-and-red-scarfGestern machte ich mich vormittags auf, um David von zu Hause zum Sport abzuholen. Forsch schritt ich durch die Tempelgasse in Richtung Praterstraße, zur U-Bahnstation. Es hatte die Nacht über geschneit. Nachdem uns das in Wien inklusive arktischen Temperaturen schon lange nicht mehr beschieden war, beschäftigten sich meine Gedanken damit, ob ich darüber in Wiener Manier motschgern oder mir den Luxus gönnen sollte, mich über diesen schönen Wintertag zu freuen.

In der Praterstraße angekommen, erreichte ich die Station, ging an einer Frau vorüber, die das Trottoir vor ihrem Haus vom Schnee befreite. Wenig später, als ich auf den Zug wartete, schalt ich mich, denn eigentlich hätte ich ihr bei ihrer Arbeit helfen sollen. Schneeräumen ist doch nichts für eine Frau! Für einen waschechten Kavalier der alten Schule wäre ich es zumindest eine heilige Pflicht. Diesen Gedanken nachhängend, traf ich bei Dagmar und David ein. Ich erzählte ihr von meinem Versäumnis und was gewesen wäre, hätte ich mir einen Ruck gegeben und wäre der Frau ritterlich beigestanden. Ich würde mit stolz geschwellter Brust jedermann von meiner morgendlichen Heldentat erzählen, die Begünstigte würde ihren Freundes- und Bekanntenkreis ihr Glück schildern, das ihr soeben widerfahren war. Frohsinn, Harmonie allerorten also. Dagmar quittierte meine Erzählung allerdings damit, indem sie meinte, dass mir die Frau, hätte sie gesehen, wie ich mich beim Schneeschaufeln anstellte, das Werkzeug aus der Hand genommen hätte und ihre Arbeit doch lieber selbst verrichtet … Nun, ich meine, der Wille möge fürs Werk zählen.

In weiterer Folge ließ ich mich von einem Sonntag, der sich als recht produktiv ankündigte, nicht beirren, denn nach den beiden Tagen, in denen wir, man erinnere sich an den gefährlichen Männerschnupfen, unter dem ich litt, uns schonen mussten, schafften wir es gestern tatsächlich ins Fitness Center. David leidet mittlerweile hör- und sichtbar an seinen vielen Kilos, was die Hoffnung nährt, sich endlich um seinen Body zu kümmern. Also scheint die Angst davor, noch mehr zuzulegen, ein effizienter Motivator zu werden. Auch für einer Runde Billard am Abend war er zu haben, und somit erlebte ich schließlich ein echtes Highlight des Tages, denn ich habe ausnahmsweise zwei Partien gegen ihn gewonnen!

Nachdem ich gestern meine Geschichte über Karl Gott vollendet hatte, steht heute Bela Koreny und sein produktives Jahr 2017 auf dem Programm, über das ich mich verbreitern werde. One more of the same, aber es war nett, ihn am Wochenende wiedergesehen zu haben.

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