Morgenpost vom 8. Jänner 2017

Guten Morgen!

520403_1_xio-fcmsimage-20111124185625-006007-4ece854958b62-6d605ebc-f920-4f38-ac82-2c21e938031eDass es gestern keine Morgenpost gab, dafür habe ich es mehrere Begründungen: Krankheitsbedingt ist der Tag irgendwie unter den Händen zerronnen. Kein Cardioprogramm, keine Folterkammer, und auch ansonsten gab sich der Tag eher einfallslos. Eintönig plätscherte er dahin, unterbrochen nur von einem kleinen Einkauf, der mir dann schlussendlich ein Hüftsteak mit Pommes Frites, Speckfisolen und Salat bescherte, aber ansonsten – tote Hose.

So stimmt’s natürlich nicht! Als dann der Abend anbrach, wurde der digitale Stift gespitzt, und zu Besuch kam der liebe, der Karel Gott. Und fürwahr es ward Licht … Nachdem zwischen wfr-Sprech und Stadl-Sprech sich doch stets ein Graben auftut, den es anlässlich eines Auftrages zuzuschütten gilt, plagte ich mich jahrelang verzweifelt und unter schmerzhaftesten Wehen, dieses auch zu bewerkstelligen. Doch vorgestern ist mir ein Lösungsansatz gelungen: Ich schreibe die jeweilige Geschichte in wfr, überschlafe die Sache einmal und widme den nächsten Tag der Übersetzung ins stadlische. Letzteres steht heute am Programm. Ich bin ebenso gespannt wie allerdings zuversichtlich, dass das Experiment gelingen wird.

Jetzt ist es aber an der Zeit, sich dem Gestern zu widmen: Kein Sport wurde prolongiert, denn ich zollte noch einmal dem Schnupfen Tribut, doch auch hier wird sich heute einerseits über den sich meldenden Schweinehund hinweggesetzt (wie g’schwind der in der Tür steht, wenn man einmal schwänzt), andererseits, der bereits von diesem bereits gebissene David nach zwei faulen Tagen remotiviert, um nicht zu sagen, reanimiert …
Am Nachmittag traf ich dann Veronika und Bela, um über die anstehenden Aufgaben für 2017 zu sprechen. Im Grunde war es chaotisch wie immer, in Veronikas Büro kalt, und dementsprechend schnell war die Show gelaufen. Ich weiß, was ich zu tun habe, am Honorar wird sich gegenüber dem Vorjahr nicht viel ändern, also: In alter Frische in die Hände spucken, und weiter geht die wilde Jagd. Beendet wurde unser Nachmittag durch einen Spaziergang in die City. Ziele waren nacheinander das Haas & Haas, wo ich ein Packerl Wintertee besorgte und anschließend ein Besuch im Café Europe auf eine Zigarette und einen köstlichen Orangenpunsch. Diese Institution nächst dem Stephansplatz, einst von Wiener Kaffeehaustraditionalisten mehr als kritisch beäugt, war seinerzeit eines dieser damals wie die Schwammerl aus dem Boden sprießenden Espresso-Etablissements, neumodisch und außerhalb der Art des Wiener Zeitverständnisses. Heute ist es natürlich schon längst ein Klassiker und erlaubt es jenen, die schnell auf einen kleinen Schwarzen vorbeikommen, dazu auch einen Genussstengel zu inhalieren.
Aber jetzt kommen wir zum Tee: Gestern hatte Elisabeth Geburtstag, ich schrieb ihr vormittags ein Mail um ihr zu ihrem Festtag zu gratulieren, und ein paar Minuten später erreichte sie mich auch schon am Telefon, um mich einzuladen, ihn mit ihr zu feiern. Aus ihrer spontanen Reise zur Familie nach Tirol war anscheinend doch nichts geworden. Daher beschlossen wir, ihn gemeinsam bei einem Abendessen im Caffè Latte in der Neubaugasse zu verbringen. Nach dem Ausschlussprinzip blieben nicht viele Aufmerksamkeiten übrig, die man auf die Schnelle mitbringen konnte, so entschied ich mich eben für einen risikofreien Tee.
Um ehrlich zu sein, Die Zeit mit Elisabeth zu verbringen, kann manchmal recht anstrengend sein, aber gestern entwickelte sich ein wirklich netter Abend. Natürlich drehte sich das Gespräch um ihre Existenzängste, die sie schon lange plagen, aber schließlich, nach einem äußerste schmackhaften Burger und einem Absacker auf dem Weg zum 46er, der sie nach Hause und mich zur U-Bahn bringen sollte, konnten wir beide auf ein paar nette Stunden zurückblicken, einem Geburtstag durchaus würdig. Wir lachten wieder einmal über Lisis (ehemalige Reisende für Andreas Schinko) alkoholgetränkte Eskapaden, die sie sich bei mehreren Gelegenheiten immer wieder geleistet hatte und in ihrem Rauswurf bei PROverbis gemündet hatten. Und es fanden sich immer wieder Themen zu neuen Perspektiven, die das Leben auch in schwierigen Situationen bietet. Wenn man nur danach sucht. Schließlich erzählte ich ihr auch von meiner neuen Disziplin, die ich mir soeben beibringe, mich möglichst täglich zweimal dem Schreiben zu widmen und meiner Freude, die ich darin entwickelt habe. Sie hat sich vorgenommen, ebenfalls den Vormittag wieder dafür zu verwenden.

Der 46er brauchte um dieser Zeit, es war schon nach zehn, nur elf Minuten, um mich zum Dr. Karl Renner Ring zu bringen. Auch Zeit für eine letzte Zigarette, um dann in den Bauch der Großstadt einzutauchen und sich anschließend im wärmenden Batt zu verkriechen. Wie die Zeit verrinnt …

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