Morgenpost vom 11. Jänner 2017

Guten Morgen!

fragezeichenDas ist jetzt eine wirklich blöde Geschichte, die mir gestern widerfahren ist. Einerseits deshalb, weil ich dadurch ein kleines Problem habe, das auch die beiden folgenden Abende betrifft, also heute und morgen, andererseits muss ich meiner Konsequenz treu bleiben und die geneigte Leserschaft mit spannenden Erlebnissen, den Vortag betreffend, fesseln.
Was ist passiert?

Nun, bereits am Nachmittag klapperten David und ich die Videotheken unseres Vertrauens ab, um auch die notwendigen Vorbereitungen für den ersten von drei spannenden Heimkinoabenden zu treffen. Schließlich gelangten wir in der Videogalerie 8 1/2 ein, der Adresse meines Vertrauens, wo ich mir den ersten Teil der Trilogie um den Herrn der Ringe, „Die Gefährten“ für den bevorstehenden Abend ausborgen sollte.
Pünktlich um 10 Minuten nach halb drei (und nicht um halb drei) öffnete der Inhaber die Pforten. Ich erwähne das deshalb, weil das Warten vor der Tür bei geschätzten minus ichweißnichtwieviel Grad doch eine gewisse Herausforderung darstellt und fror mir inzwischen den Arsch ab. Versöhnt betrat ich sodann das um nichts weniger kalte Geschäftslokal, äußerte gleichsam Wunsch und den Dreitagesplan beim Chef des Hauses, namens Alexander Lustig, dem der Humor ob der Temperaturen aber trotzdem nicht ausgegangen und vor allem nicht sein Hirn vereist war. Denn, nachdem er mir die Sammlung zur ersten Episode, sie besteht aus einer extended version des Films an sich und umfast zwei DVDs, sowie einem Zusatzpaket mit Berichten zur Entstehung und Analysen in Form von abermals zwei DVDs, zusammengestellt hatte, wollte ich ihm meine Mitgliedskarte überreichen, zwecks einfacherer Abwicklung der bürokratischen Notwendigkeiten. Doch er kam mir zuvor, und stellte, der guten Ordnung halber noch fest, dass in Wolfgang Rauscher hieße und er die Karte nicht benötige. „Ja,“ bestätigte ich, beinahe sprachlos, denn der konnte mich doch nicht kennen! Ich war dort zum letzten Mal im September, also hatte er mich höchstens einmal in seinem Leben und noch dazu kurz gesehen! Jetzt spricht er mich mit meinem Namen an? „Ich vergesse kein Gesicht, ich merke mir alle meine Kunden,“ stellte er bestimmt fest. Ich war überwältigt. Als ich mein Erlebnis, wieder zurück im Auto, wo er auf mich wartete, David erzählte, meinte der lapidar: „Vielleicht bist du sein einziger Kunde …“
Wie auch immer, die Weichen für drei Fantasy-Abende waren gestellt, das Popcorn im Supermarkt besorgt, zur Sicherheit auch eine Flasche von Jameks Grünem Veltliner (man gönnt sich ja sonst nichts), die blieb aber im Kühlschrank. Und es konnte losgehen. Kurz wurde ich im Vorspann drüber informiert, was mich nun allabendlich erwarten würde, lernte Gandalf und Frodo kennen, natürlich auch den Ring. Das war’s aber im Großen und Ganzen dann auch. die DVD stellte sich als kaputt heraus. Angekündigt hatte es sich schon durch Ruckeln, kurze Ton- und Bildausfälle, aber schon bald war komplette Sendepause.

Seither tüftle ich, wie ich das Problem lösen könnte, kam aber bislang auf noch keinen grünen Zweig. Schwierig, schwierig.

Doch zuvor war es im Grunde ein recht produktiver Tag: Das Projekt Adonis erreichte erste Spitzenwerte, denn das Schwitzen im McFit wurde um beinahe eine halbe Stunde verlängert, die Protagonisten verzeichneten bereits merkbaren Gewichtsverlust, ich selbst nehme wahr, wie die Muskeln anschwellen (das war jetzt ein Scherz). Unsere Wege haben wir ja auch, wie geplant absolviert, nur beim Arzt, wohin zu gehen ich vorhatte, bedurfte es einer Programmänderung. Die Grippewelle macht sich in den Wartezimmern anscheinend allerorts breit, bei Eli und Michaela warteten die Patienten sogar im Hausflur. Also beschloss ich, es heute noch einmal zu versuchen, und somit wird der Mittwoch zu einer hippokratischen Rallye, denn für elf bin ich beim Augenarzt vorgemerkt. Nachdem für heute Eintropfen vorgesehen ist, werde ich anschließend wohl als blindes Huhn durchs Grätzl lustwandeln und unabgelenkt über die anstehenden Lösungsansätze nachdenken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.