Eine Sonette am Morgen

Letztens stand der diensttägliche Literaturvormittag im Zeichen der
Sonette. Nun, ich nahm es damals zur Kenntnis und folgte auch dem Ruf von Silvia, unserer Oberliteratin, mich in einer solchen zu probieren … allein, die Muse küsste mich an diesem Morgen nicht leidenschaftlich.

Für Silvia

Es schallte ihre strenge Stimme.
Durch den Raum erklang ihr strenger Ton,
Dass man ihr nächstes bringe
Dies Klinggedicht, an diesem Dienstag schon.

Mir, dem alten Jüngling, wuchs so prompt das graue Haar,
Weiß ich doch nicht, was ich nun mache,
Gedichte schreiben, reimen, schwierig ist’s, fürwahr.
So widme ich den Nachmittag der Sache.

Es raucht der Kopf, er sucht nach den Gedanken,
Die sich um ihr Fordern ranken,
Dabei füllt er sich, der Aschenbecher.

Allein, sie finden sich nicht, die Gedanken,
Die sich um ihr Fordern ranken,
So leert er sich, der Becher.

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