Harry

harryWir Alten erinnern uns: Tappert wepperte. Früher nannte man das Kriminalfilm im TV, heute nennen wir es kriminelle Zumutung, bloß weil man freitags nichts Besseres vorhat. Harry wepperte, Horst tappte nie im Dunkeln, und wenn er wieder einmal schwer am Begriff war, hochprosperitäre Tiefen im Mekka der Schickeria im Umkreis des weißen Äquators ans Rechte Licht zu rücken, eh wurscht, dann war auch Harry zur Stelle. Ebenso unbelegt wie legendär damals, rechtens für Recken mit teutscher Vergangenheit: „Harry fahr den Wagen vor.“ „Harry“ weiterlesen

Francesca

Sie hatte schon so traurig begonnen, die ganze Geschichte: Kaum, dass Francesca, das Fohlen, das Licht der Welt erblickt hatte, kamen die Männer mit ihren dunklen Gesichtsausdrücken, bewaffnet mit Seilen, die sie Dolores der Stute um den Hals banden und sie gleich einer Diebin abführten, mit dem Vorsatz – man wollte und konnte gar nicht daran denken … Flink steckten sie Francesca in einen Sack und machten sich, als sie die laut nach Hilfe wiehernde Mutter im dunkelsten Winkel des Stalls angebunden hatten, mit dem hilflosen Balg darin versteckt aus dem Staub. „Francesca“ weiterlesen

Die Marillenkönigin

Wer kocht Marillen in der Hitz‘?
Es ist die Moni, die da schwitzt.
Sie schwingt den Löffel, wohl gekonnt,
in der Küche – nicht, wo man sich sonnt.

Das schoafe Luda kocht sie ein,
Da hilft kein Jammern, hilft kein Schrei’n.
„Moni, spürst du die Hitze nicht?“
Eine von den Marillen spricht.

„Kusch,“ mahnt Moni in der Küch‘,
„verschone mich mit Leidenssprüch‘!“
Weiß sie doch, es ist ihr Lebensinn:
„Ich bin’s: Konfitürenkönigin.“