Mark und das Notizbuch

Jetzt, nachdem er die gefährliche Lage, in der er sich gestern noch befunden hatte, gemeistert hatte, begann Mark sich zum ersten Mal, seit er hier in der großen Stadt angekommen war, für alles brennend zu interessieren. Es war rückblickend auch verständlich, dass er für seine Umwelt kaum ein Auge hatte, denn die Zeit vor dem großen Fest gestaltete sich traditionellerweise ziemlich hektisch, da war es kein Wunder, dass die Leute kaum aufeinander Rücksicht nahmen. Jede und jeder trachtete danach, mit dem eigenen, selbst auferlegten Stress zurechtzukommen anstatt die ruhigste Jahreszeit, wie diese Wochen allgemein genannt wurden, für ein geruhsames Miteinander zu nutzen und sich auf das große Ereignis zu freuen. „Mark und das Notizbuch“ weiterlesen

Morgenseiten 3.10.: Bunte Vögel

Jetzt geht’s wieder los: An jedem Dienstagvormittag gibt es wieder schnelles Schreiben im Kreise von Damen im besten Alter. Das verpflichtet mich natürlich, ich fange am besten gleich damit an: Aus der Textzeile „nur falsche Töne schneiten aus der nacht herunter“ war eine schnelle Geschichte zu gestalten … „Morgenseiten 3.10.: Bunte Vögel“ weiterlesen

Abschied von Heinz Schandl

Als ich zu Beginn des Jahres Heinz auf einem Kunstmarkt im Grätzl kennen lernen durfte, haben sich, wie man so schön bei uns sagt, zwei gesucht und gefunden. Wie gesagt, ich hatte ihn zuvor noch nie gesehen, und so gefiel mir der schlanke, etwas hagere ältere Herr mit seinem eleganten Auftreten vom Fleck weg und daher suchte ich hier, wo sich einige Leute zum Tratsch mit Gehalt trafen, sofort das Gespräch mit ihm. Und ich wurde nicht enttäuscht: klar, zu Beginn klopft man einander ab, versucht, sich über  seine Ansichten, seine Meinungen, dem einen oder anderen Sager spontan ein Bild von seinem Gegenüber zu machen, und ich denke, wir hatten beide dasselbe im Sinn. „Abschied von Heinz Schandl“ weiterlesen

Die Verwandlung

Hätte man mich vor ein paar Wochen aufgefordert, Georg zu charakterisieren, ich hätte ihn mit wenigen Worten auf einen hektischen Hans Dampf in allen Gassen reduziert. Stets war er, wie er meinte, am Puls der Zeit, dank seines Smartphones, von dem er keine Sekunde, so schien es, den Blick abwenden konnte, um auf Mails und Messages schnell und in time reagieren zu können. Die neuesten Fernsehserien auf Netflix und Konsorten gab es zwischendurch, indem man den Bildschirm quasi teilte um so noch mehr Informationen auf dem Display zu erhalten. Und wenn sich schon einmal das phone in seiner antiquierten, ursprünglichen Funktion mit einem beinahe klassischen Klingelton meldete, antwortete er nur kurz, denn Gespräche kosteten Zeit und Gelegenheit, sich in seiner virtuellen Umwelt auf dem Laufenden zu halten. „Die Verwandlung“ weiterlesen

Der Schlüsselbund

Dienstag ist ja Schreibstunde in der Wiener Urania, wie treue Leserinnen und Leser dieser Plattform wissen. Heute ging es darum, den Requisiten des täglichen Gebrauchs Leben einzuhauchen. Und was lag daher näher, als sich mit meinem Schlüsselbund auseinanderzusetzen, der mich regelmäßig mit kaum zu bewältigenden Aufgaben konfrontiert … „Der Schlüsselbund“ weiterlesen